Die Windräderfarmen vor Palm Springs machen deutlich, dass wir wieder in der Zivilisation angekommen sind. Nach dem stillen, wunderschönen Joshua Tree Park erscheint uns die Stadt laut und gross. Dass der Ort gut für Windkraftanlagen geeignet ist merken wir, als ein Windstoss beinahe das RV vom Highway bläst. Womit wir ebenfalls nicht gerechnet haben ist, dass wir grosse Mühe haben, einen freien Platz auf einem Campground zu finden. Wir kurven durch die Villenquartiere und durch Gegenden mit lauter “Gated Communities”, geraten in RV Parks, die uns wegen unseres Alters abweisen (“sorry, only 55 and older”) oder in Parks, die nur Dauermieter nehmen. Am Ende finden wir dennoch einen schönen Platz im Cathedral Palms RV Ressort mit einem Swimmingpool aus den 60er Jahren, an welchem wir den Sonnenuntergang mit Blick auf verschneite Hügel geniessen.

Der Grund, warum wir in Palm Springs einen Zwischenhalt einlegen ist das kleine aber feine Fliegermuseum Palm Springs Air Museum. Es wurde von CNN zu einem der 14. besten der Welt erkoren und ist eines der ganz wenigen, welches keine Abschrankungen hat und erlaubt, die Flugzeuge zu besteigen. Nachdem wir weder in Nevada noch in Arizona einen Boneyard (place planes go to die) besichtigen konnten und auch dank Geraldine’s Unterstützung habe ich bei Nicole gute Karten. 😉

Das Museum zeigt hauptsächlich Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg aber auch moderne Jets. Die beiden grossen Hangars sind aufgeteilt in Europa (Alliierte) und Pazifik (Pearl Harbor, Japan). Es entstehen interessante Diskussionen mit Teo & Leon über die Ereignisse des 2. Weltkriegs, die Rollen der beteiligten Nationen und die Entwicklung der Luftfahrzeuge. Viele der Flugzeuge sind noch flugtauglich. Mit einem Veteranen können wir eine Fliegende Festung, eine B-17 besichtigen. Nach 6 Flügen erreichte die Besatzung statistisch die 100% Wahrscheinlichkeit, abgeschossen zu werden. Die Gespräche mit den Veteranen, welche sehr bereitwillig Auskunft geben sind äusserst spannend. Viele haben die Flugzeuge geflogen, die sie nun im Museum betreuen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl mit den über 90 jährigen zu sprechen und zu wissen, dass mit ihnen bald die Erinnerung an gewisse Ereignisse des 2. Weltkrieges sterben werden.